Deutscher Gewerkschaftsbund

09.05.2018

8. Mai: „Lasst uns einen Weg der Verständigung gehen“

8. Mai: „Lasst uns einen Weg der Verständigung gehen“

Am 8. Mai erinnert der DGB in Flensburg an das Kriegsende 1945 und an die Befreiung vom Nationalsozialismus. Auf dem Friedenshügel trafen sich Gewerkschafter mit VertreterInnen der SPD, der Linken und der VVN-BdA, um gemeinsam Kränze und Blumen niederzulegen, innezuhalten und einen Blick auf das Heute zu werfen. Auch Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar nahm teil. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit, am 8. Mai besonders der Opfer aus den sowjetrussischen Republiken zu gedenken. „Mit einem Stalin-Erlass wurde verboten, die Toten in ihre Heimatländer zu überführen“, weiß die gebürtige Russin. Sie bedauert, dass die Russlandpolitik heute wieder von Konfrontation geprägt ist und würde es besser finden, wenn über Konflikte verhandelt würde.

Ludwig Hecker von der VVN ging auf die letzten chaotischen Kriegstage 1945, die Befreiung der Konzentrationslager und die Bombardierung der Cap Arcona mit vielen tausenden Toten ein. „Das Vermächtnis dieser Opfer ist, dass wir uns für Freiheit und gegen Faschismus engagieren wollen“, sagte er. Das findet auch Flensburgs DGB-Vorsitzender Joachim Sopha. Für ihn ist das Grundgesetz die Lehre aus der totalitären Vergangenheit. Er sieht darin die Aufforderung an alle BürgerInnen, die Demokratie nicht nur als Staats-, sondern als Lebensform zu begreifen.

Sopha wies darauf hin, dass der 8. Mai lange Jahre gar keine Bedeutung im öffentlichen Bewusstsein hatte. Erst Willi Brandt gab 1970 eine Regierungserklärung ab (und musste sich entgegnen lassen: „Niederlagen feiert man nicht“). 1985 war es dann Richard von Weizsäcker als erster Bundespräsident, der den 8. Mai als „Tag der Befreiung“ bezeichnete.

 „Menschen, die eben noch Nachbarn oder Kollegen waren, wurden mit Sternen kenntlich gemacht, gedemütigt, zur Schau gestellt – verfolgt und ermordet. Die meisten schauten damals weg, folgten der Ideologie“, sagt Joachim Sopha. Jede Generation müsse sich unsere Geschichte immer wieder ins Bewusstsein holen.  „Der 8. Mai ist eine Mahnung, faschistischen Tendenzen und jeder Art von Hass und Intoleranz entgegen zu treten. Lasst uns einen Weg der Verständigung, der Freundschaft, des Vertrauens gehen“, appellierte Sopha an die TeilnehmerInnen.

dgb

v.l Inge Krämer (SPD), Ludwig Hecker (VVN-BdA), Joachim Sopha (DGB) und Gabi Ritter (Die Linke) dgb

dgb

Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar dgb


Nach oben
  • Es wurden noch keine Schlagwörter zugewiesen.