Deutscher Gewerkschaftsbund

05.03.2017

Frauenfrühstück: Stricken gegen rechts

170 Frauen in guter Stimmung begrüßten Katharina Petersen von Frau & Beruf und Perke Heldt vom DGB zum traditionellen Frauenfrühstück am Sonntag im Flensborghus. Simone Lange, seit Jahren dort zu Gast, sprach diesmal als neugewählte Oberbürgermeisterin ein Grußwort zu den TeilnehmerInnen und machte sich stark für die Kita-Offensive in Flensburg. Lange bezeichnete die Verbesserung der Qualität und die Aufstockung von Personal als Investition in die Zukunft.

Die Wurzeln des Frauentages, der am 8. März begangen wird, liegen in Amerika, wo 1857 Textilarbeiterinnen für mehr Lohn und Rechte streikten. Darauf wies Perke Heldt hin und freute sich, dass amerikanische Frauen diese Tradition mit Demonstrationen für Menschenrechte, Frauenrechte in diesem Januar fortgesetzt hätten. Gegen die sexistischen und rassistischen Parolen von Donald Trump wollten sie ein Zeichen setzten und mehrere Millionen Menschen– mehr als bei den Demos gegen den Vietnamkrieg in den 70ern – folgten dem Aufruf. „Pussy grabs back“ war das Motto und viele hatten sich pinkfarbene Mützen mit Katzenohren dazu gestrickt. „Das könnte auch Vorbild für unsere Auseinandersetzung mit Rechtspopulisten sein, die uns Frauen nur mit Kindern in der Küche sehen wollen“, schlug Heldt vor und appellierte, bei den anstehenden Wahlen zu Landtag und Bundestag genau hinzuschauen. Im Programm der AFD stehe nämlich, was die wirklich wollen, zum Beispiel das Arbeitslosengeld abschaffen.

„Mehr Land in Sicht! – Arbeit für Flüchtlinge in Schleswig-Holstein“ will bei der Integration in den Arbeitsmarkt unterstützen. „Wir beraten, coachen, vermitteln in ein Praktikum, Ausbildung, Schule oder Arbeit“, sagt Özlem Erdem-Wulff vom Netzwerk, „wir schulen aber auch Arbeitgeber, Jobcenter oder Verbände, um interkulturelle Missverständnisse zu vermeiden“. Auf die besondere Situation von Frauen müsse intensiver eingegangen werden. Denn schon die Fluchtgründe seien unterschiedlich: Genitalverstümmelung, Zwangsheirat, Vergewaltigung. Auch die oft jahrelangen Fluchtwege von Frauen sind in starkem Maß von Gefahr, sexueller Bedrohung, Menschenhandel und Zwangsprostitution geprägt. „Wir brauchen die Anerkennung geschlechtsspezifischer Fluchtgründe, sensibel durchgeführte Asylverfahren und niedrigschwellige Hilfsangebote für die Frauen“, so Özlem Erdem-Wulff. Pauschal könne man nicht sagen, dass der Bildungsgrad der geflüchteten Frauen niedriger sei. Aber je längrer Kriege und Krisen dauern, umso mehr Schulen und Bildungseinrichtungen würden zerstört. „Es gibt deutliche Unterschiede nach den Herkunftsländern, aber Integrations- und Sprachkurse sind für alle geflüchteten Frauen wichtig, die dürfen nicht vom Aufenthaltsstatus abhängig sein“, so Özlem Erdem-Wulff. 

Musik machte diesmal die Band „Fool Moon“ und gespendet - 670 Euro kamen zusammen - wurde für den Verein Lichtblick, der Suizidprävention leistet und in Krisensituationen berät.


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