Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 26.06.2017

Lieber gleich berechtigt als später!

Mit rund einhundert Gästen feierte das Husumer Frauenforum 25-jähriges Jubiläum. Solange schon treffen sich die Frauen regelmäßig alle zwei Monate zum netzwerkeln, austauschen, voneinader lernen und zum Einmischen in die Politik. Die Gleichstellungsbeauftragte und das Frauenforum arbeiten eng zusammen, beide sind heute selbstverständlicher Bestandteil der Husumer Stadtpolitik. Das war nicht immer so - daran erinnerte DGB-Regionssekretärin Perke Heldt, die von Beginn an im Frauenforum dabei ist.

1990 wurde die Kommunalverfassung geändert, die für Städte wie Husum mit mehr als 10.000 Einwohnern eine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte vorsah. Die Husumer Kommunalpolitik war skeptisch bis ablehnend, die Ausschreibung zog sich hin. Der „unverblümte Kommentar“ in einem Husumer Wochenblatt heizte die Stimmung ordentlich an. Da war die Rede von einer Begünstigungsbeauftragten, und:

„Wie miserabel muß es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau in der Stadt Husum aussehen, daß das Land die Stadt unter die Aufsicht einer solchen Person stellen muß! Und wie müssen die bislang bei der Stadt in politischen Funktionen tätigen Frauen geschlafen haben, um das nicht zu merken. Auch wir als Presse, die wir so manches (und meist noch viel mehr) erfahren, können nicht behaupten, jemals etwas über die Mißachtung des Gleichberechtigungsgrundsatzes gehört zu haben. Im übrigen: Sollte dieser Grundsatz mißachtet werden, halten wir die Frauen bei der Stadt für so mündig, ihre berechtigten Anliegen auch deutlich zum Ausdruck zu bringen – schließlich gibt es Gewerkschaften, Personalrat, Arbeits- und Verwaltungsgerichte. Und letztlich läuft doch alles auf dieser Schiene ab, denn weisungsberechtigt ist die Gleichstellungsbeauftragte auch nicht. Sie darf für schlappe 3.500 Mark netto monatlich überall mitschnacken.“

Ein shitstorm brach los in Husum, die DGB-Frauen wurden aktiv, es hagelte Leserbriefe, die ganze Stadt diskutierte, der Magistrat wurde aufgefordert, diese Darstellung zu missbilligen – das tat er auch, das Wochenblatt ruderte zurück. Und die Gleichstellungsbeauftragte wurde eingestellt, Inga Groth-Albrecht war die erste. Sie war es auch, die das Frauenforum gründete. „Diese Vorgeschichte trägt sicher dazu bei, dass wir bis heute so stabil und verbindlich miteinander arbeiten“, stellt DGB-Regionssekretärin Perke Heldt fest. Sie wies auch darauf hin, dass es gilt achtsam zu bleiben, Strukturen und Rollenzuschreibungen immer wieder zu überdenken und kritisch zu hinterfragen. „Ungleichbehandlung und Sexismus im Beruf, im Alltag, in den Medien dürfen wir nicht so durchgehen lassen, da müssen wir Haltung zeigen“, sagt Perke Heldt.

Sie lobte genauso wie auch Bürgermeister Uwe Schmitz die Arbeit der jetzigen Gleichstellungsbeauftragten Britta Rudolph." Du machst Deine Arbeit großartig, du kennst die verwirrenden Abläufe in Verwaltung und Stadtpolitik - du nutzt sie für die Husumer Frauen und machst sie für uns transparent". 

Britta Rudolph stellte unter dem Motto „Von Gespenstern, Motorsägen und Stoppschildern“ Entwicklungen und Erfahrungen aus 20 Jahren Gleichstellungsarbeit vor.

 

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Gratulierten zum Jubiläum des Frauenforums Husum: Perke Heldt, DGB, Bürgermeister Uwe Schmitz, Gleichstellungsbeauftragte Britta Rudolph stadt husum

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Rund einhundert Gäste kamen im Ratssaal zusammen und feierten mit. stadt husum


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