Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 34 - 14.09.2017

39% der Vollzeit Beschäftigten in der Region von Armut im Alter bedroht

 

Wenige Tage vor der Bundestagswahl warnt der DGB Schleswig-Holstein Nordwest vor steigender Altersarmut. In der Region – zu der die Kreise Nordfriesland, Schleswig-Flensburg, Dithmarschen, Steinburg, sowie die kreisfreie Stadt Flensburg gehören, verdienten Ende vergangenen Jahres 53.082 Beschäftigte (Vollzeit, ohne Auszubildende) weniger als 2.500 Euro brutto im Monat, das sind rund 39% der Beschäftigten. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit hervor. Ein Bruttoeinkommen oberhalb dieser Grenze ist jedoch notwendig, um nach 40 Beitragsjahren nicht in die Grundsicherung zu fallen. Ursache für dieses Problem ist das Senken des Rentenniveaus, das im Jahr 2030 auf bis zu 43 Prozent absinken wird.

„Wir brauchen als Allererstes eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus auf dem heutigen Stand von 48 Prozent. Die Rente muss endlich wieder Schritt halten mit der Entwicklung der Löhne“, sagt die Regionsgeschäftsführerin des DGB, Susanne Uhl. „In einem weiteren Schritt muss das Rentenniveau wieder angehoben werden – etwa auf 50 Prozent. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen am Ende eines jahrzehntelangen Berufslebens für ihre Arbeit immer weniger Rente bekommen.“

Nach geltendem Recht soll das sinkende Rentenniveau durch private Altersvorsorge ausgeglichen werden. Uhl sieht das kritisch: „Aus den letzten 15 Jahre wissen wir: Riester ist gescheitert. Deshalb brauchen wir jetzt einen Kurswechsel in der Rentenpolitik.“

 


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