Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 04.07.2018

Arbeitsbedingungen auf dem Schlachthof im Visier

Die Arbeit auf Schlachthöfen ist Schwerstarbeit. Immer wieder berichten rumänische Arbeitnehmer von schlechten Arbeitsbedingungen bei Subunternehmen. Da ist die Rede von überlangen Schichten, von Überstunden und völliger Erschöpfung. Hinzu kommen unzumutbare Zuständen in den Wohnunterkünften. “Da ist vieles nicht nur gesetzeswidrig, sondern auch menschlich zutiefst empörend“, sagt DGB-Geschäftsführerin Susanne Uhl.

Denn bereits seit 2015 gibt es eine Selbstverpflichtung der Fleischindustrie, die solchen Arbeitsbedingungen einen Riegel vorschieben soll. Ein Gesetz aus 2017 stellt zudem klar, dass der Generalunternehmer – in diesem Fall die Firma Tönnies - die Verantwortung dafür trägt, dass Subunternehmen sich an die Regeln halten. „In Kellinghusen können wir nichts davon erkennen“, so Uhl.

Nach Angaben von DGB-Geschäftsführerin Susanne Uhl sind rund 30.000 Osteuropäer in Werkverträgen in unterschiedlichen Branchen in Schleswig-Holstein tätig. 150 Rumänen leben in Kellinghusen, die in den Schlachthöfen von Tönnies oder Vion in Bad Bramstedt beschäftigt sind. „Wir wollen, dass sie Leute hier sind, wir wollen aber auch, dass sie zu ordentlichen Bedingungen arbeiten und untergebracht sind“, sagt Anja Halbritter vom Stützkreis.

Seit einer ersten Schlachthofkonferenz im Februar, auf der ein Bündnis aus DGB, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt, der katholischen Gemeinde St. Ansgar Itzehoe, Kolping und dem Christian-Jensen-Kolleg die teilweise unwürdigen Bedingungen auf den Schlachthöfen öffentlich gemacht hatte, ist jedoch Bewegung ins Thema gekommen.

Der Sozialausschuss des Landtages hat die Schlachthöfe und die Bedingungen der dort Beschäftigten im Visier, das Landesamt für Arbeitsschutz ist tätig geworden. In Kellinghusen hat sich auf Initiative von Anja Halbritter ein Stützkreis mit dem Namen „Wohnen und Arbeiten mit Werkvertrag in Kellinghusen“ gegründet. Mit dabei sind Abgeordnete des Land- und Kreistages sowie Stadtvertreter von CDU, SPD, Grünen, Linken und Wählergemeinschaft Störkaten. „Wir bleiben am Thema dran“, war denn auch der einhellige Tenor der rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Stützkreises.


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