Deutscher Gewerkschaftsbund

20.09.2017

Gefragt. Und jetzt: wählt!

dgb

Die erste Runde zum Thema Gute Arbeit - von links Herman U. Soldan (Linkspartei), Thomas Jepsen (CDU), Peter Wittenhorst (Grüne), Clemens Teschendorf (SPD) und Joachim Sopha (Vorsitzender des DGB Flensburg) su

dgb

Die "Digitalisierungsrunde" - mit Florian Matz (SPD), Thomas Jepsen (CDU), Marvin Peters (Grüne), Herman U. Soldan (Linkspartei) und Jasmin Schacht (DGB Flensburg) su

 

Es war eine lebhafte Diskussion, zu der der DGB Flensburg eingeladen hatte. Unter dem Motto "Fragt sie! Und wählt!" löcherten Joachim Sopha und Jasmin Schacht vom DGB Stadtvorstand und die rund 50 VeranstaltungsteilnehmerInnen die Bundestagskandidaten von CDU, SPD, Günen und Linkspartei zu den Themen Gute Arbeit, Rente und Digitalisierung.

Als Alternativen zu den immer weiter ausufernden Minijobs und dem Trend zu immer mehr Befristungen setzen alle Kandidaten auf Reformvorschläge für die nächste Legislaturperiode. Thomas Jepsen, CDU-Direktkandidat für den Wahlkreis Schleswig-Flensburg befürwortete zwar keine grundsätzlichen Änderungen, betonte allerdings, dass es auch aus seiner Sicht nicht sein dürfe, dass Menschen mittlerweile 4-5 Minijobs hätten und das Geld dennoch nicht zum Leben reiche. Deutlich weiter gingen die Kandidaten der anderen Parteien. Clemens Teschendorf, Direktkandidat der SPD für Flensburg, befürwortete eine deutliche Einschränkung der Minijobs und beklagte den Trend, dass auch größere Unternehmen immer mehr auf Minijobs setzten. Peter Wittenhorst, Direktkandidat der Grünen, betonte die versteckten Subventionen, die diese Jobs für die Wirtschaft bedeuteten. Für die Linkspartei kritisierte Herman U. Soldan die derzeitige Situation bei Minijobs als nicht akzeptabel. Auch beim wachsenden Trend, Neueinstellungen zu befristen, waren sich überraschenderweise alle einig: so wie es ist, könne es nicht bleiben. Sachgrundlose Befristungen müssten eingeschränkt werden (CDU und SPD) oder abgeschafft (Linkspartei und Grüne).

Auf die Frage, welches ihre persönlich wichtigste Forderung ist, die sie im Falle einer Wahl gerne umsetzen wollten, wurden die individuellen Leidenschaften deutlich: Clemens Teschendorf betonte die Notwendigkeit aus eine Teilzeit- wieder in eine Vollzeitbeschäftigung wechseln zu können, Thomas Jepsens Anliegen ist es so viel wie möglich sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu schaffen, Peter Wittenhorst plädiert für eine Grundsicherung für Kinder und Heman Soldan will den Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde erhöht wissen.

Interessant wurde es in der "Rentenrunde", in der die Kandidaten auch von der jeweiligen "Parteilinie" abwichen: Als Selbstständiger kennt Thomas Jepsen die Schwierigkeiten eine auskömmliche Rente zu erzielen und plädiert dafür auch die Selbstständigen in den gesetzliche Rente einzahlen zu lassen. Der Grüne Peter Wegner plädierte für ein bedingungsloses Grundeinkommen und die Abschaffung der Rentenversicherung und ging damit deutlich über die Forderungen seiner Partei hinaus, die der Rentenversicherung nur um eine weitere Säule durch ein Grundsicherungsmodell ergänzen möchte.

Beim Thema Digitalisierung plädierten Florian Matz für die SPD ("Arbeitslosengeld "Q"), Marvin Peters für die Grünen und Thomas Jepsen für die CDU dafür, in der Diditalisierung doch mehr Chancen als Probleme zu sehen und den Menschen die Möglichkeiten zu geben, über schulische Bildung und berufliche Weiterbildung und Qualifizierung mit der wachsenden Geschwindigkeit des Wandels der Arbeitswelt mitzuhalten. Herman U. Soldan betonte für die Linkspartei dagegen den Rationalisierungsschub, den die Digitalisierung auslöse und forderte eine Garantie der öffentlichen Hand für die Finanzierung von Bildungsstätten. Dass das Kooperationsverbot abgeschafft oder mindestens relativiert gehört, das es dem Bund verbietet in die schulische Infrastruktur der Kommunen zu investieren, auch darüber herrscht unter den Parteien im BUndestag mittlerweile Konsens. Thomas Jepsen erlaubte sich auch hier eine Abweichung von der CDU-Linie und argumentierte für das Kooperationsverbot: Würde sich der Bund beteiligen, so seine Einschätzung, zögen sich die Länder aus der Finanzierung von Schulen zurück. Diese seien aber zuständig und hier gelte es, den Druck zu erhöhen. Mal sehen, wann er seine Landesregierung dazu antreibt...

dgb

su

dgb

sjh


Nach oben

Zuletzt besuchte Seiten