Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 29 - 07.08.2017

Arbeitslosigkeit: Risiko für An- und Ungelernte hoch

Im Jahr 2016 lag die Arbeitslosenquote in Flensburg bei 9 Prozent. Doch die Risiken, arbeitslos zu werden, sind je nach Bildungsstand sehr ungleich verteilt. „Besonders betroffen sind An- und Ungelernte, für sie ist das Risiko arbeitslos zu werden fünf Mal höher als für Menschen mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder einem Studium“, sagt Susanne Uhl, Geschäftsführerin beim DGB Schleswig-Holstein Nordwest. Konkret bedeutet dies: Für Menschen mit Berufsausbildung betrug die Arbeitslosenquote 5,4 Prozent und für Akademiker nur 3,5 Prozent – für Menschen ohne Berufsausbildung lag sie jedoch bei 25,2 Prozent.

Besonders hoch ist das Risiko für Geringqualifzierte, in Flensburg beträgt der Anteil an Langzeitarbeitlosen bei Menschen ohne Berufsausbildung 36,5 Prozent. Nimmt man die Zahl aller Arbeitslosen, so steigt er auf 59,3 Prozent an.

Der Anteil der Gruppe mit betrieblicher oder schulischer Ausbildung an allen Arbeitslosen liegt deutlich niedriger bei 35,2 Prozent.

In Flensburg hat jede fünfte Erwerbsperson keinen Berufsabschluss. Betrachtet man den Anteil der Ungelernten an den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, so liegt er bei rund 13 Prozent und ist damit vergleichsweise hoch. „Bei der relativ guten konjunkturellen Lage ist in der Arbeitslosenversicherung genügend Geld vorhanden, um in berufliche Bildung und abschlussbezogene Weiterbildung zu investieren“, betont Susanne Uhl

Der DGB weist insbesondere auf das Programm WeGebAU* der Agentur für Arbeit hin, mit dem gering qualifizierte oder ältere Beschäftigte in Unternehmen gefördert werden können – auch, um einen Berufsabschluss zu erlangen. Dabei geht es um Weiterbildung, die im Rahmen des bestehenden Arbeitsverhältnisses durchgeführt wird. Unternehmen können Weiterbildungskosten erhalten und sogar Lohnkostenzuschüsse für die bildungsbedingten Ausfallzeiten sind möglich. Mit dem WeGebAU-Programm kann auch die Qualifizierung von ArbeitnehmerInnen in kleineren und mittleren Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten gefördert werden.

„WeGebAU bringt die Qualifizierung von Mitarbeitern auf den neusten Stand und hat den Fachkräftebedarf im Blick, abschlussbezogene Weiterbildung wird ebenso gefördert wie Teilqualifizierung“, erklärt Joachim Sopha, DGB-Stadtverbandsvorsitzender Flensburg. So profitieren Arbeitgeber und Beschäftigte gleichermaßen und Joachim Sopha rät beiden, sich über die Weiterbildungsinstrumente von Arbeitsagentur und Jobcenter zu informieren.

 

*WeGebAU steht für: Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen

 

  

 

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Juni 2017; eigene Darstellung

Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Juni 2017; eigene Darstellung


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