Deutscher Gewerkschaftsbund

12.05.2016

DGB fühlt Oberbürgermeister-Kandidaten auf den Zahn


Nach oben
PM - 12.05.2016

Oberbürgermeisterkandidaten zu Gast beim DGB

Flurgespräch beim DGB mit den Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt in Flensburg: Jens Drews, Simon Faber und Simone Lange hatten sich eingefunden, um bei Suppe oder Kaffee mit GewerkschafterInnen ins Gespräch zu kommen und sich vorzustellen.

Jens Drews als unabhängiger Kandidat war in seiner Ausbildung zum Schiffbauer in der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei der Werft engagiert, trat aber wegen des Skandals mit der Neuen Heimat aus der Gewerkschaft aus. Er ist heute selbständiger Unternehmer und sagt, dass er viel Politikverdrossenheit feststellt. Das ist der Grund, der ihn zur Kandidatur bewogen hat. „Ich will selbst gestalten“, sagt er „und dabei besonders die Schulsituation in Flensburg verbessern“. Da fehle es an allen Ecken und Kanten. „Wir brauchen eine Modernisierung, damit wir bildungsmäßig mithalten können“. Dass das auch Geld kostet, weiß er und will sich in Kiel für eine bessere Förderung der Stadt Flensburg stark machen.

Simon Faber als amtierender Oberbürgermeister stellte die Erfolge der Stadt in seiner Amtszeit in den Mittelpunkt. Wirtschaft und Arbeit hätten sich gut entwickelt, Flensburg habe eine breit angelegte Wachstumsperspektive. „Es zieht die Menschen in die Städte, wir haben Baugebiete ausgewiesen und 2.000 Wohneinheiten errichtet, weitere sind in Planung“ erklärt Faber. Da stecken auch viele neue regionale Arbeitsplätze drin. „Wir haben einen Sprung nach vorne gemacht, auch was den Tourismus angeht – 140 Prozent mehr dänische Übernachtungsgäste“, freut er sich. Und die bereichern Handel und Dienstleistung. Auch innerhalb der Verwaltung meldet er Veränderungen, ein Gesundheits- und Eingliederungsmanagement helfe, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. „Wir haben in Flensburg an Schwung gewonnen – und den zu halten würde mir Freude machen“ warb Simon Faber für eine weitere Amtszeit mit ihm als Oberbürgermeister.

Simone Lange, die Kandidatin von CDU, SPD und Grünen, macht sich Sorgen um die hohen Sozialausgaben. Flensburg steht da im Vergleich mit anderen Städten ganz weit oben. Als Grund dafür führt sie auch die schlecht bezahlten Jobs im Dienstleistungsbereich an. „Wir müssen im Bereich der höher qualifizierten Jobs besser werden daran würde ich gern als Oberbürgermeisterin mitwirken“, sagt sie. Aus vielen Begegnungen mit Betriebs- und Personalräten kennt sie die Arbeitsbedingungen in der Stadt und möchte diesen Austausch auch weiterführen. Für eine neue Flensburg-Strategie will sie die Familienfreundlichkeit in der Stadtverwaltung stärken. Dafür braucht es Rahmenbedingungen. „Ein Personalentwicklungskonzept ist richtig, es muss aber um eine Lebensphasenorientierung ergänzt werden“, sagt Lange. Auch die hohe Teilzeitquote von Frauen in der Verwaltung hinterfragt die Kandidatin.

In bilateralen Gesprächen mit den GewerkschaftsterInnen aus sämtlichen Branchen und Industriezweigen mussten die Kandidaten und die Kandidatin sich weiteren Fragen stellen.


Nach oben

Zuletzt besuchte Seiten