Deutscher Gewerkschaftsbund

18.09.2015

"Mit Tarifvertrag gibt's weniger Streit im Betrieb"

Auf der Husumer Windmesse werden nicht nur gute Geschäfte gemacht, sie ist ebenso Börse für Begegnungen und Austausch. Davon wurde am Messestand von DGB und IG Metall reichlich Gebrauch gemacht. Auch Stephan Kollhoff vom Arbeitgeberverband Nordmetall und Geschäftsführer des neu gegründeten Arbeitgeber-Netzwerkes Nordwindaktiv war dort Gast. Mit Stephanie Schmoliner, bei der IG Metall Küste für Tarifpolitik und Erneuerbare Energien zuständig, diskutierte er über die Arbeitsbedingungen in der Branche. Noch längst nicht alle Unternehmen in der Windbranche sind tarifgebunden, aber: „Mit Tarifverträgen gibt es weniger Streit und Reibungsverluste im Betrieb, denn alle wissen, woran sie sind und es können aufwendige Einzelverhandlungen vermieden werden“, sagt Kallhoff. Für Stephanie Schmoliner zeigt die Erfahrung, dass qualifizierte Fachkräfte Wert auf gute Arbeit, gute Entlohnung und Weiterbildung legen. „Das wird nur durch Tarifverträge gewährleistet“.

Besonders bei jungen Leuten liegen Berufe in der Windbranche im Trend, weil sie aus ökologischer Überzeugung dort arbeiten wollen und eine Perspektive für die Erneuerbaren Energien sehen. „Deshalb ist es gut, dass die Ausbildungsquote besser geworden ist“, sagt Schmoliner.

Akuten Regelungsbedarf sehen sowohl Arbeitgeber als Arbeitnehmer beim Arbeits- und Gesundheitsschutz auf den Offshore-Windenergieanlagen sowie bei den Ausschreibungen, die die Bundesregierung ab 2017 vorsieht. Kallhoff und Schmoliner machen sich für faire Wettbewerbsbedingungen stark. „Soziale Standards, faire Löhne und vergleichbare Lohnkosten müssen verbindlicher Bestandteil der Ausschreibung sein und ein Teil der Wertschöpfungskette muss im Land verbleiben“, fordert Stephanie Schmoliner. IG Metall und Nordmetall haben das Gespräch auf der Messe genutzt, um ein baldiges Treffen zu den Ausschreibungsmodalitäten bei On- und Offshore-Windanlagen zu verabreden.


Nach oben

Zuletzt besuchte Seiten