Deutscher Gewerkschaftsbund

09.04.2014

DGB-Jugend macht Station in Flensburg

Motivierte Auszubildende, aber auch Probleme mit Überstunden oder Wertschätzung, sind der DGB-Jugend Nord im Rahmen ihrer Berufsschultour in Flensburg begegnet. Unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Bildung und Wissenschaft, Wara Wende, haben die jungen GewerkschafterInnen einen „Projekttag Demokratie und Mitbestimmung“ entwickelt, der den Berufsschulen die Möglichkeit bietet, über den Unterricht hinaus wirtschaftliche, soziale und gesellschaftliche Themen zu bearbeiten und zu hinterfragen.

„Wir wenden uns an junge Menschen, die am Beginn ihres Arbeitslebens stehen und für die mit einer Ausbildung ein neuer Lebensabschnitt beginnt“, erläutert Philipp Thom, von der DGB-Jugend Nord das Projekt. Mit dem Interesse in Flensburg ist er zufrieden. „Wir sind mit vielen Auszubildenden ins Gespräch gekommen, die hochmotiviert und mit viel Leidenschaft ihre Ausbildung meistern“, sagt er.

Dennoch kommen immer wieder Probleme zur Sprache, bei denen Überstunden und ausbildungsfremde Tätigkeiten auf der Hitliste ganz oben stehen. Aber auch die unterschiedliche Ausbildungsvergütung ist ein Thema. „Im ersten Ausbildungsjahr bei den Lageristen liegt die Vergütung zwischen 310 € und 906 € nach dem Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie“, so Philipp Thom. Viele Jugendliche müssen auch die Fahrtkosten zur Arbeit selbst tragen sowie Kosten für Schutzkleidung oder deren Reinigung. Und eigenständiges Wohnen, das viele junge Leute anstreben, ist mit geringer Ausbildungsvergütung auch nicht drin. „Die Auszubildenden übernehmen gern Verantwortung für Arbeitsbereiche, es wird ihnen aber nicht immer ein Gefühl der Wertschätzung vermittelt“, bedauert Philipp Thom.

Für viele Jugendliche, die noch nicht in Ausbildung sind, ist es nicht nachvollziehbar, dass über Fachkräftemangel diskutiert wird, sie sich aber häufig bewerben und immer nur Absagen bekommen. Da rät Philipp Thom den Arbeitgebern, nicht nur nach formalen Zeugnissen zu entscheiden, sondern sich die BewerberInnen anzuschauen. „Da geht viel mehr, wenn man miteinander ins Gespräch kommt und darüber spricht, wie man Stärken nutzen und Schwächen ausgleichen kann“.

 

ph

Das Team im Gespräch mit Gabi Schwohn, DGB-Stadtverband Flensburg


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