Deutscher Gewerkschaftsbund

12.04.2017

Mobilität: Ja, aber bitte fair!

Immer mehr ausländische Lkw-Fahrer sind auf unsereren Straßen unterwegs - für wenig Geld und zu schlechten Bedingungen. Die meisten von ihnen wissen nicht einmal, dass ihnen der deutsche Mindestlohn zusteht, wenn sie hier unterwegs sind. Darüber wollten "Faire Mobilität", ver.di und DGB auf der Raststätte Jagel aufklären.

Helga Zichner von der Beratungsstelle "Faire Mobilität" kam mit mehreren rumänischen Lkw-Fahrern ins Gespräch. Einige von ihnen sind bereits seit vier Monaten auf deutschen Straßen unterwegs, weil sie ständig neue Anschlussfrachten hin und her fahren. Sie verbringen ihre Freizeit auf Raststätten - jetzt hoffen Sie, zumindest über Ostern ihre Familien in Rumänien wieder zu sehen. Oft gibt es für sie ein geringes Grundgehalt und nur mit den Spesen obendrauf kommen sie einigermaßen über die Runden. "Spesen dürfen aber nicht in das Grundgehalt eingerechnet werden", sagt Silvia Reichert, bei ver.di zuständig für Logistik und Speditionen. Außerdem macht sie noch einmal deutlich, dass der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 Euro an Lkw-Fahrer, die überwiegend in Deutschland fahren, gezahlt werden muss."Dazu sind die Arbeitgeber verpflichtet, halten sich aber oft nicht daran", so Reichert. Sie fordert mehr Personal bei den Kontrollbehörden, so dass vermehrt Überprüfungen stattfinden können. 

Genau das fanden auch einige polnische Fahrer, mit denen Ida Mikolajczak von Faire Mobilität" sprach. Die Geldstrafen müssten viel höher sein - solange man die aus der Portokasse zahlen könne, würde sich wenig ändern. Sie konnte auch Lkw-Fahrern aus Tschechien, Litauen und Griechenland Flyer mitgeben, in denen ihre Rechte und Beratungsmöglichkeiten abgedruckt sind.

Seit März ist eine gesetzliche Regelung in Kraft, für die ver.di lange gekämpft hat: die regelmäßige wöchentliche Ruhezeit darf nicht mehr in der Fahrerkabine oder neben dem Fahrzeug verbracht werden. "Aber auch diese Regel gilt es zu kontrollieren, damit das unwürdige Campieren auf den Rastplätzen für die Lkw-Fahrer endlich ein Ende hat", sagt ver.di-Frau Silvia Reichert.

 

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Ida Mikolajczak von Faire Mobilität überreicht einen Flyer ph

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Das Wetter meinte es nicht so gut... ph

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Helga Zichner von Faire Mobilität im Gespräch ph

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Der NDR interviewt einen Fahrer... ph

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...und Silvia Reichert von ver.di ph


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