Deutscher Gewerkschaftsbund

25.10.2019

30 Jahre Frau & Beruf – eine Erfolgsgeschichte

30 Jahre Beratungsstelle Frau & Beruf in Flensburg – das ist eine Erfolgsgeschichte, und die wurde auch gebührend gefeiert. Fast 100 TeilnehmerInnen waren zum Gratulieren gekommen. „Die Stärke von Frau & Beruf ist unsere hohe Beratungskompetenz. Wir haben unzählige Frauen in den Arbeitsmarkt integriert, den Fachkräftemangel im Fokus, Konzepte zu Arbeitszeitmodellen oder Vereinbarkeit von Familie und Beruf entwickelt oder Alleinerziehenden bei Problemen geholfen. Wir haben aber auch kritisch die Strukturen auf dem Arbeitsmarkt benannt, die einer Gleichberechtigung von Mann und Frau noch im Wege stehen“, beschrieb Beraterin Katharina Petersen ihre Arbeit.

Finanziert wird die Beratungsstelle Frau & Beruf von der Europäischen Union und dem Land Schleswig-Holstein, seit einigen Jahren gibt es auch Zuschüsse der Stadt Flensburg sowie der Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg. „Ihnen allen gilt es heute Dank zu sagen, auch unserem Trägerverein, der uns mit Susanne Uhl an der Spitze immer unterstützt, wenn es wieder mal schwierig wird“, betonte Katharina Petersen.

Im Laufe der Jahre gab es viele Hürden und Veränderungen, mit jedem Regierungswechsel oder der EU-Förderperioden beispielsweise eine Umstellung der Finanzierung. 2014 war besonders einschneidend, weil die gesamte Struktur der Beratungsstellen sich veränderte. „Größere Regionen, weniger Personal und weniger Geld machten uns zu schaffen“, so Petersen. Da habe die gute Vernetzung von Frau & Beruf in der Region und die Zusammenarbeit mit allen Arbeitsmarktakteuren sehr geholfen, auch weiterhin erfolgreich zu bleiben.

Gastrednerin Professorin Ingrid Kurz-Scherf machte in ihrem Vortrag „Die Zukunft ist feministisch!“ deutlich, dass Gesetze allein nicht ausreichen; die Gleichberechtigung von Mann und Frau müsse in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens auch umgesetzt werden. „Vor dem Feminismus muss sich niemand fürchten, er richtet sich gegen jede Form von Ausgrenzung und soziale oder kulturelle Ungleichheit“, sagt sie. Gefährdet sieht sie diesen Prozess durch Rechtspopulisten. „Da wehren sich antiquierte Männer gegen ihren Bedeutungsverlust und schieben ihre frauenfeindliche Haltung als Scharnier in die Mitte der Gesellschaft.“ Diese Programmatik werde in der Debatte um den gesellschaftlichen Wandel unterschätzt, leiste aber Vorschub für Rassismus und Antisemitismus. „Deshalb müssen wir uns im öffentlichen Diskurs viel stärker dagegen zur Wehr setzen“.


Nach oben
  • Es wurden noch keine Schlagwörter zugewiesen.

dgb
dgb