Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 124 - 01.03.2020

Zum Internationalen Frauentag: Frühstück mit Botschaft

Gemeinsam frühstücken und die aktuelle Frauenpolitik diskutieren: diese Mischung kommt gut an, 160 Frauen aus Flensburg und Umgebung konnte Bobby Winkler zum traditionellen Frauen-Frühstück der DGB-Frauen und der Beratungsstelle Frau & Beruf begrüßen. Unter ihnen war auch die Ministerin für Justiz, Europa, Verbraucherschutz und Gleichstellung, Sabine Sütterlin-Waack.

Anne Redmann, Leiterin von pro familia setzte sich in der Veranstaltung vehement dafür ein, das niedrigschwellige und würdevolle klinische Angebot der Schwangerschaftsunterbrechung in Flensburg zu behalten. „Frauen, die ungewollt schwanger werden brauchen die Wahlfreiheit der medizinischen Behandlung“, sagt sie. Das ist besonders notwendig für minderjährige Frauen, die ihre Schwangerschaft vor Freunden und Familie verbergen müssen. „Bei ihnen ist die Angst vor Verurteilung und moralischem Druck hoch. Weite Wege zu Kliniken in Nachbarorten verschärfen die Probleme“, betont Redmann. Außerdem weist sie darauf hin, dass die Zahl der Arztpraxen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, sich in den vergangenen Jahren halbiert habe.

Katharina Petersen von der Beratungsstelle Frau & Beruf wies auf strukturelle Benachteiligung von Frauen auf dem Arbeitsmarkt hin. „Für Frauen ist das Armutsrisiko hoch, denn sie arbeiten überproportional in prekärer Beschäftigung – in Teilzeit, in Minijobs, in Leiharbeit oder befristeten Jobs“, so Petersen. Weil sich die Frauen um die Familienarbeit kümmern, bliebe ihnen kaum die Zeit, sich für bessere Arbeitsbedingungen zu engagieren. Dennoch sind viele Frauen in Betriebsräten und Gewerkschaften aktiv. „Und mit ihnen sind wir nicht nur rund um den Frauentag solidarisch“, betonte sie unter dem Beifall der Teilnehmerinnen.

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