Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 06.05.2020

Corona: Beschäftigte in Minijobs haben Arbeitsrechte!

In Zeiten von Corona, den bedrohten Arbeitsplätzen und Kurzarbeitergeld fällt eine Gruppe wieder einmal durchs Rost: Beschäftigte in Minijobs, die auf der Basis von 450-Euro oder weniger arbeiten. Das sind bundesweit fast 7,5 Millionen Menschen.

„Minijobber sind nicht arbeitslosenversichert, deshalb haben sie keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld“, darauf weist Susanne Uhl vom DGB Schleswig-Holstein Nordwest hin. Sie bekommen auch kein Kurzarbeitergeld oder andere staatliche Leistungen, die in der aktuellen Krise zur Verfügung gestellt werden. „“Für Minijobber gelten aber nach wie vor die gleichen arbeitsrechtlichen Bestimmungen wie für alle anderen ArbeitnehmerInnen auch“, so Uhl. Sie dürfen nicht schlechter behandelt werden als normal sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Sie haben Anspruch auf Lohnfortzahlung bei Krankheit und darauf, dass Kündigungsfristen eingehalten werden. „Es darf nicht sein, dass Minijobber einfach vor die Tür gesetzt werden, weil sie nur oder weniger als 450 Euro verdienen. Genau das tun aber viele Arbeitgeber“, weiß die Gewerkschafterin zu berichten.

Auch nach vielen Informationskampagnen zum Arbeitsrecht für die Beschäftigten in Minijobs sei vielen nicht immer klar, wenn gegen Gesetze verstoßen wird. „Über die Jahrzehnte ist im Bewusstsein hängen geblieben, dass Minijobs mit Mini-Rechten gleichgesetzt werden“, bedauert Susanne Uhl.

Auch wenn viele Geschäfte, Restaurants oder andere Betriebe wegen Corona schließen mussten und Minijobber von der Arbeit freigestellt sind, bleibe das Arbeitsverhältnis bestehen. „Es muss deshalb zunächst auch weiterhin Lohn oder Gehalt bezahlt werden“, so Uhl. Minijobber sollten sich auf jeden Fall beraten lassen. Die Minijobzentrale ist hier eine Anlaufstelle, die Beraterinnen von Frau & Beruf können auch helfen

 „Alle Arbeitsverhältnisse sollen bei der Bezahlung, den Arbeitsbedingungen und der sozialen Sicherung gleich behandelt werden, deshalb müssen die gesetzlichen Rahmenbedingungen dringend verändert werden“, fordert die DGB-Geschäftsführerin. Der DGB hat bereits 2015 entsprechendes Reformkonzept vorgelegt.

Minijobber in unserer Region: Dithmarschen mehr als 13.000, Steinburg mehr als 12.000, Kreis Schleswig-Flensburg mehr als 18.000, Nordfriesland mehr als 18.000 und  Flensburg mehr als 10.000 Menschen.


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