Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 17.06.2008

AG Frauen im Dialog mit MdBs

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Als Skandal bezeichnet die Arbeitgemeinschaft „Frauen in der Region Unterelbe“, dass Frauen für gleiche Arbeit fast 22% weniger verdienen als Männer. So sehen das auch die Bundestagsabgeordneten Dr. Rolf Koschorrek (CDU) und Dr. Ernst-Dieter Rossman (SPD) bieten aber unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten an. Während Koschorrek die Tarifparteien in die Pflicht nehmen möchte, hält Rossmann ein Gleichstellungsgesetz für die private Wirtschaft für notwendig. Für den „Equal-Pay-Day“ wurde eine gemeinsame Aktion angeregt.

 

Einmal im Jahr sucht die AG Frauen, in denen Gleichstellungsbeauftragte, Beraterinnen von Frau & Beruf sowie die DGB-Frauen organisiert sind, den Dialog mit den Bundespolitikern, um ihnen die Alltagsprobleme von Frauen näherzubringen. Diesmal standen Niedriglöhne, Mini-Jobs und beruflicher Wiedereinstieg im Vordergrund. Dabei wurden die unterschiedlichen Positionen der Koalitionsparteien deutlich: Ernst-Dieter Rossmann will zumindest die Arbeitszeit bei den Minijobs auf 15 Stunden begrenzen und bis auf eine Bagatellgrenze in die Sozialversicherung einbeziehen. Sein Kollege Koschorrek sieht die Minijobs positiv für die Wirtschaft und auch eine Nachfrage bei den Arbeitnehmerinnen. Die AG Frauen fordert die Abschaffung der Minijobs, weil sie reguläre Beschäftigung verdrängt und keine eigene Existenzsicherung ermöglicht. „Wir haben 43.000 Minijobs in der Region Unterelbe. Die Betroffenen haben kaum Chancen in besser bezahlte Beschäftigung zu kommen – da muss sich was ändern“, betont Astrid Nielsen von Frau & Beruf.

 

Große Sorgen bereitet der AG Frauen die Ausweitung des Niedriglohnsektors. Knapp 70 % der Niedriglohn-Beschäftigten sind Frauen mit einer qualifizierten Berufsausbildung. Stundenlöhne unter 5 Euro im Handel und in der Pflege sind auch in der Region Unterelbe keine Seltenheit. „Deshalb brauchen wir den gesetzlichen Mindestlohn“, fordert Perke Heldt vom DGB und ist sich darin mit Ernst-Dieter Rossmann einig. Rolf Koschorrek hält dagegen, das sei ein staatlicher Eingriff, den er nicht mitmachen würde.

 

Einig sind sich AG Frauen und MdBs bei der Qualifizierung für Berufsrückkehrerinnen. Sie müssen weg vom Status der Arbeitslosen mit Vermittlungshemmnissen wieder hin zur besonders förderungswürdigen Zielgruppe. „Berufsrückkehrerinnen sind hoch motiviert und besser zu integrieren, wir brauchen passgenaue Weiterbildung, auch für diejenigen ohne Leistungsbezug“, so Rossmann und Koschorrek.

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