Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - - 06.10.2020

Wie weiter, Werft?

Krise ist immer – aber mit Perspektive

Den Werften in Deutschland geht es zurzeit nicht so gut - die FSG in Flensburg kann ein Lied davon singen. Diese Einschätzung ergab auch eine Umfrage bei den Betriebsräten im Schiffbau, die die IG Metall seit nunmehr 29 Jahren durchführt. „Erhebliche Einbußen verzeichnet coronabedingt der Bau von Kreuzfahrtschiffen“, erklärt Michael Schmidt von der IG Metall Flensburg auf der Veranstaltung des DGB "Wie weiter, Werft?" unter dem Zeltdach im Hinterhof des Gewerkschaftshauses in Flensburg.

Interessierte Zuhörer unter dem Zeltdach des DGB

Interessierte Zuhörer unter dem Zeltdach des DGB DGB

Die Werften in Schleswig-Holstein beschäftigen aktuell 4.752 Arbeitnehmer in Stammbelegschaften, zwei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr.

Bei der FSG sind von den 364 Beschäftigten, davon 40 Auszubildende, immer noch die meisten in Kurzarbeit. Die vom Investor Windhorst versprochenen Aufträge für zwei Frachtfähren lassen weiterhin auf sich warten. „Die FSG-Belegschaft hat schon immer fantastische Schiffe konstruiert, geplant und gebaut und will das auch in Zukunft tun“, erinnert Michael Schmidt die Eigentümer an ihr Versprechen, weitere Schiffsaufträge einzuwerben. Dann könne man auch die qualifizierten Mitarbeiter, die sich in der Transfergesellschaft befinden, zurückholen. „Die bringen eine hohe Schiffbau-Kompetenz mit, die uns hier nicht verlorengehen darf“, ergänzt DGB-Geschäftsführerin Susanne Uhl.

Nach Auffassung der beiden Gewerkschafter gibt es eine Zukunft für die deutschen Werften, denn in den nächsten 20 Jahren muss die gesamte Flotte grundlegend erneuert werden. Anders lassen sich die von der International Maritime Organization festgelegten Ziele, den Klimawandel einzudämmen und die Treibhausemissionen zu verringern, nicht erfüllen.

In der heute schon digitalisierten Schifffahrt mit modernen, emissionsarmen Antriebssystemen und effizientem Schiffsdesign haben die deutschen Werften und Zulieferbetriebe bereits vielversprechende Technologien anzubieten. „Die gilt es mit einer engagierten und innovativen Industriepolitik auszubauen“, fordern Michael Schmidt und Susanne Uhl. Denn davon könnte auch die FSG profitieren.

Michael Schmidt IGM und Susanne Uhl DGB

Michael Schmidt IGM und Susanne Uhl DGB DGB


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