Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 004 - 10.02.2020

Schlachthöfe: Kritik an Arbeitsbedingungen hält an

Geschlachtet wird immer noch in unerlaubt langen Schichten, Lohnfortzahlung bei attestierter Krankheit oder freie Arztwahl häufig Fehlanzeige, für ein Bett werden bis zu 300 Euro verlangt – die Arbeitsbedingungen auf den Schlachthöfen haben sich kaum verbessert. Auf einer Konferenz in Breklum trafen sich jetzt die Vertreter*innen von Gewerkschaften und Initiativen, um eine Bilanz ihrer Unterstützungsarbeit zu ziehen.

 

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In einem Workshop vor der offiziellen Konferenz haben Aktive die Problemlagen an den unterschiedlichen Schlachthofstandorten zusammengetragen su

 

Die Initiativen hatten sich vor zwei Jahren nach einer ersten Schlachthofkonferenz an den Standorten Husum und Kellinghusen gegründet und bemühen sich seither darum, die konkreten Lebens- und Arbeitsbedingungen der vorwiegend rumänischen Werkvertragsbeschäftigten zu verbessern. 

„Wir sind im Austausch mit den Schlachthofbetreibern, um endlich Sprachkurse oder Sozialberatung für die Beschäftigten aus Osteuropa in Gang zu bringen“, sagt Friedemann Magaard vom „runden Tisch“ in Husum. Auf schnelle Erfolge könne man jedoch nicht hoffen. Es sei schwierig, direkten Kontakt zu den Rumänen herzustellen. „Da muss Vertrauen hergestellt werden, das wollen wir über niedrigschwellige, auch kulturelle Angebote erreichen“, so Magaard. Die „runden Tische“ vor Ort machten aber auch die Erfahrung, dass Kontakt und Kommunikation vor Ort systematisch unterbunden werden, wie Anja Halbritter vom Stützkreis Kellinghusen zu berichten weiß. „Da taucht dann schon mal ein bulliger Vorarbeiter mit Drohgebärden auf“, sagt Thomas Bernhard von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Erste Erfolge zeichnen sich jedoch auf Landesebene ab. Agrar- und Sozialausschuss und auch der Minister haben die Probleme erkannt. Die Konferenz der Sozialminister aller Bundesländer hat beschlossen, Lücken in der Gesetzgebung bei Arbeitszeit und Arbeitsschutz zu schließen. Und zu einem Bericht über Arbeitsbedingungen auf den Schlachthöfen der Landesregierung gibt es eine schriftliche Anhörung. Einige der Stellungnahmen sind hier zu finden:

 

 

Und hier ein Überblick über die wichtigsten Aktivitäten seit 2015:

 

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Die wichtigsten Aktivitäten seit 2015 zusammengetragen: es klafft eine große Lücke zwischen dem Engagement auf allen Ebenen und den konreten Verbesserungen für die Werkvertragsbeschäftigten su


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