Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 03.03.2008

"Viel schuften, aber unter Wert bezahlt." Frauenfrühstück in Flensburg war gut besucht

"Viel schuften, aber unter Wert bezahlt."
Frauenfrühstück in Flensburg war gut besucht
Beste Stimmung beim Frauenfrühstück in Flensburg. Dafür sorgte die Gruppe "Bittersüß" mit frechen Songs aus den 20er Jahren und Petuhtante Hilke Rudolph mit ihrem Vortrag über Kaffeekränzchen, Wechseljahre und Klimakatastrophe. Rund 100 Frauen waren der Einladung der DGB-Frauen und der Beratungsstelle Frau & Beruf ins Tönnsen-Hus gefolgt, um im Vorfeld des Internationalen Frauentages zu feiern.
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Dem guten Unterhaltungsprogramm folgten sogleich die harten Fakten vom Arbeitsmarkt für Frauen. Ich bin mehr wert - das DGB-Motto trifft die Situation vieler Frauen in Flensburg, die über die Maßen schuften, aber unter Wert bezahlt werden. Sie arbeiten häufig im Handel, Gastgewerbe, Dienstleistung oder Pflege - Bereiche in denen niedrige Löhne und Gehälter gezahlt werden. "4,87 für eine ausgebildete Kraft in der Pflege ist kein Beispiel aus Absurdistan, sondern aus unserer Region", erklärte DGB-Regionalsekretärin Perke Heldt. Fast 6000 Flensburger Frauen arbeiten in Minijobs, die mit höchstens 400 Euro vergütet werden. "Eine eigenständige Existenz kann davon nicht finanziert werden", unterstrich Katharina Petersen von Frau & Beruf. Die Zahl der Minijobs ist seit 2003 rasant angestiegen, weil die Arbeitszeitbegrenzung von 15 Stunden weggefallen ist.

Der DGB und die Beratungsstelle Frau & Beruf beobachten seit Jahren, dass immer mehr Beschäftigte im sogenannten Niedriglohnsektor arbeiten. "Man wollte gering Qualifizierte in den Arbeitsmarkt integrieren, das ist aber nicht gelungen", so Perke Heldt, "sie sind immer noch häufiger und länger arbeitslos". Stattdessen habe es gewaltigen Druck auf die Löhne gegeben und drei Viertel der Beschäftigten im Niedriglohnsektor haben eine Berufsausbildung oder sogar einen akademischen Abschluss. Um den freien Fall der Löhne zu stoppen, müsse ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden.

Ich bin mehr wert - dieses Motto könne man auch auf die ver.di-Tarifforderungen des öffentlichen Dienstes übertragen, waren sich die Teilnehmerinnen des Frauenfrühstücks einig und unterschrieben eine Solidaritätsbotschaft.


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