Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - - 29.09.2022

Bundesweiter Aktionstag Mindestlohn 12 Euro

Knapp 210.000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein profitieren vom höheren Mindestlohn

Aktion

DGB

Knapp 210.000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein profitieren vom höheren Mindestlohn

Zum 1. Oktober steigt der gesetzliche Mindestlohn auf 12 Euro je Stunde. Darauf macht der DGB mit einer Info-Aktion im gesamten Bundesgebiet aufmerksam, auch in Schleswig-Holstein. Wir haben am Bahnhof Klanxbüll die Pendler nach Sylt mit Frühstückstüten versorgt. 

Gabriele Wegner, Geschäftsführerin DGB Nordwest: „In Schleswig-Holstein kommt der höhere Mindestlohn knapp 210 000 Beschäftigten zugute. Mit 18,2 Prozent profitiert fast jede*r fünfte Beschäftigte in unserem Bundesland und damit mehr als in allen anderen westlichen Bundesländern. Der Mindestlohn wirkt. Wir Gewerkschaften haben lange dafür gekämpft, die Lohnuntergrenze auf 12 Euro je Stunde anzuheben – mit Erfolg.“

 

 

Pendler nach Sylt

DGB

Vor allem Frauen und geringfügig Beschäftigten helfe die neue Lohnuntergrenze. In Branchen wie dem Gastgewerbe, bei Lieferdiensten und im Einzelhandel verweigern Arbeitgeber*innen den Beschäftigten oft anständige Löhne. Und in Betrieben ohne Tarifvertrag werden besonders häufig Niedriglöhne bezahlt. „Der gesetzliche Mindestlohn ist auch ein Mittel gegen Lohndumping-Konkurrenz durch Unternehmen, die sich Tarifverträgen verweigern“, so Wegner. Dennoch sei klar: „Der Mindestlohn kann immer nur die unterste Haltelinie sein. Gute Löhne gibt es nur mit Tarifvertrag. Umso wichtiger ist es, die Tarifbindung wieder zu stärken.“

 

 

 

Susanne Welzk

DGB

 

 

 

 

Trotz der Mindestlohnanhebung weist der DGB Nordwest mit Nachdruck auf die Sorgen vieler Menschen hin. „Viele machen sich aktuell ernsthafte Sorgen, was im Herbst und Winter auf sie zukommt“, sagte Wegner. „Die gestiegenen Energie- und Lebensmittelpreise kann auch der neue Mindestlohn nicht auffangen. Die Bundesregierung muss jetzt schnellstens einen Energiepreisdeckel und eine Energiepreispauschale beschließen. Um das zu finanzieren, muss der Gesetzgeber die Übergewinne der großen Energie- und Mineralölkonzerne abschöpfen.“


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