Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 21.10.2008

DGB mahnt: Mehr in die Bildung investieren

Bild

In Dithmarschen geht nur gut ein Viertel aller Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse auf ein Gymnasium. Von 2004 bis 2006 ist dieser Anteil nach Informationen des DGB sogar noch um 2,7 Punkte auf 24,2 Prozent der Schüler gesunken. „Wenn wir bei der Bildung unserer Kinder weiterhin so nachlässig sind, ist das nicht nur schlecht für die Kinder, sondern auch für die Gesellschaft und den Arbeitsmarkt“, stellt DGB-Regionsvorsitzender
Karsten Wessels
fest.




Bildung ist nach Auffassung des DGB die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit. „Wir müssen dafür sorgen, dass alle Jugendlichen die Chance auf eine gute Schulausbildung bekommen – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern“, so Wessels. Die soziale Herkunft entscheidet in Deutschland noch immer über den Bildungsweg der Kinder. 2005 schafften 83 von 100 Akademiker-Kindern den Sprung an die Hochschule, aber nur 23 aus Familien ohne akademische Tradition. „Beim Blick auf die erfolgreichen PISA-Länder fällt auf, dass die Schulsysteme die besten sind, in denen die Schüler möglichst lange gemeinsam unterrichtet werden“, erläutert der DGB-Chef. Er kritisiert, dass in Deutschland der Anteil für Bildung an den öffentlichen Ausgaben mit 9, 7 % deutlich unter dem OECD-Mittel von 13,2 % liegt. „In unser Schulsystem muss investiert werden, sonst ist es bald Essig mit dem Wissens- und Wirtschaftsstandort Deutschland“, so Wessels.



In ganz Deutschland besuchten 2006 ca. 34 % der Siebtklässler ein Gymnasium. Die meisten gab es in Berlin mit 41,8 %, die wenigsten in Schleswig-Holstein mit 29,9 %. Dithmarschen liegt weit abgeschlagen 10,1 % unter dem Bundesdurchschnitt.



Zum Bildungsgipfel von Bund und Ländern am 22. Oktober müssten konkrete Vorschläge auf den Tisch, wie Bildung in Zukunft besonders in strukturschwachen Regionen gefördert werden kann.
Karsten Wessels
: Wir brauchen handfeste Vorschläge, keine Show-Veranstaltung. Die Länder müssen zeigen, dass sie längerfristig gute Bildung garantieren können“.








OECD – Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

 

 

 

 

 

Nach oben