Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 04.09.2020

Verunsicherung bei den Beschäftigten in der Fleischindustrie DGB und NGG informieren über Gesetzentwurf

„Wir haben die Beschäftigten der Fleischindustrie, die in Werkverträgen arbeiten über die Verbesserungen informiert, die der vorliegende Gesetzentwurf aus dem Arbeitsministerium für sie bringt“, sagt Joachim Sopha, der Vorsitzende des DGB-Stadtverbandes. Das war notwendig, weil die Verunsicherung groß ist bei den osteuropäischen MitarbeiterInnen, die in Flensburg wohnen und zumeist bei Subunternehmen für Fleischbetriebe in der Region tätig sind.

Ihnen werde immer wieder damit gedroht, den Arbeitsplatz zu verlieren, wenn der Gesetzentwurf umgesetzt wird, beklagt Lisa Vordermeier-Weinstein von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG). „Das ist eine gezielte Fehlinformation“, sagt sie, „denn die Schlachthöfe und Fleischverarbeiter haben ein großes Interesse an der Übernahme der Beschäftigten“. Sie bräuchten die gut eingearbeiteten Fachkräfte, die sich im Betrieb und in den Abläufen auskennen. „Betriebsräte und wir als Gewerkschaft unterstützen die ArbeitnehmerInnen dabei, endlich abgesichert hier anzukommen und eine Perspektive zu haben“, betont die Gewerkschafterin.

Susanne Uhl, DGB-Geschäftsführerin, geht davon aus, dass die Subunternehmen versuchen, ihr ausbeuterisches Geschäftsmodell mit Desinformation zu retten. „Aus den jahrelangen Verstößen gegen Arbeitsrecht und Gesundheitsschutz kann es keine andere Konsequenz geben als Werkverträge und Leiharbeit in der Branche zu verbieten“, sagt Susanne Uhl. Gefühlte tausend Mal hätten die Subunternehmen freiwillig Besserung gelobt, geändert habe sich nichts. „Deshalb müssen die Beschäftigten der Subunternehmen jetzt in die Stammbelegschaften übernommen werden.“

Aus ihrer Beratungspraxis bei „Faire Mobilität“ ergänzt Helga Zichner, die fließend rumänisch spricht, dass viele osteuropäischen Arbeitnehmer auf hier erworbene soziale Ansprüche wie Arbeitslosengeld, Wohn- und Krankengeld sowie Rentenansprüche verzichten, weil sie nicht über die Rechtsgrundlagen informiert werden. „Wir brauchen mehr solide Beratungsangebote in den Heimatsprachen“, wünscht sich Helga Zichner.

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Helga Zichner von Faire Mobilität bei er Verteilung von Flugblättern dgb

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vorne links, Lisa Vordermeier-Weinstein, NGG Gewerschaftssekretärin und rechts Helga Zichner, Faire Mobilität dgb

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Flugblattverteilung vor dem Gewerkschaftshaus dgb


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