Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 03.03.2009

Volles Haus beim Frauenfrühstück in Flensburg

Volles Haus beim Frauenfrühstück in FlensburgBeste Stimmung beim Frauenfrühstück in Flensburg: Über Hundert Frauen trafen sich auf Einladung der Beratungsstelle Frau & Beruf sowie der DGB-Frauen im Tönnsen-Hus, um sich musikalisch von
Bild
der Gruppe "mo-on-shine" und kabarettistisch von Hilke Rudolph unterhalten zu lassen. Als Flensburger Petuhtante nahm sie sich "chic und top" - den Minijob vor.
Christa Iversen wies auf eine Reihe von Jubiläen in diesem Jahr hin, das Frauenwahlrecht wird 90, das Grundgesetz 60 und Gleichberechtigungsgesetz wird 50 Jahre alt - und die Beratungsstelle Frau & Beruf feiert ihr 20-jähriges Jubiläum. "Ein kritischer Rückblick ist fällig", so Iversen, denn für Frauen laufe einiges schief. Ihr Anteil in den Niedriglohnbranchen liege bei 70%, 24.000 Minijobs gibt es in
Bild
Stadt und Kreis, kaum Frauen in Führungspositionen bei Verwaltung oder Universität. Frauen haben bessere Abschlüsse und bessere Zeugnisse, kommen aber nicht dort an, wo die entscheidenden Tasten gedrückt werden. An einem Beispiel aus der Pflege machte Iversen deutlich, wie hart die Arbeitsbedingungen in frauentypischen Berufen sind. Der geringe Verdienst führe später auch zu geringer Rente und möglicher Altersarmut von Frauen. "Formal und auf dem Papier haben wir Gleichberechtigung, aber in der Realität ist sie noch nicht umgesetzt", bedauert Christa Iversen.
Bild
Das bestätigte auch Perke Heldt vom DGB, die darauf hinwies, dass Frauen 22% weniger verdienen als Männer in vergleichbarer Tätigkeit. "In keinem anderen EU-Land ist das Lohngefälle so groß wie bei uns". Gewerkschaften arbeiten seit Jahren daran, gleiches Entgelt für gleichwertige Arbeit zu erreichen. "Das beginnt bei Arbeitsbewertungsverfahren, bei der Besetzung von Tarifkommissionen und der Formulierung von Tarifverträgen und hört bei der Schulung von Betriebs- und Personalräten auf, damit sie Ungleichbehandlungen in Betrieben und Verwaltungen besser erkennen können", so Perke Heldt. Vorurteile sind abgebaut - immerhin 90 % der Bevölkerung sind der Meinung, dass Frauen und Männer selbstverständlich gleich bezahlt werden sollten. "Die Umsetzung in der Wirtschaft dauert etwas länger", so Perke Heldt, "denn viele Arbeitgeber sehen die Benachteiligung von Frauen nicht".
Bild


Volles Haus beim Frauenfrühstück in Flensburg


Bild

Mit Schnurrbart verdient man mehr: Bunte Aktion der DGB-Frauen
Fotos im Text: Foto 1: Zarte Gitarrenklänge und eine Stimme aus Samt – mo-on-shine kamen nicht ohne Zugabe weg
Foto 2 und 3: Brachte den Saal zum Lachen – Petuhtante Hilke Rudolf mit Handy

Nach oben