Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 01.06.2006

Tabuthema Zwangsprostitution

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Menschenhandel und Zwangsprostitution gibt es auch bei uns " nur findet beides im Verborgenen statt und ist sehr schwer aufzudecken, - deshalb luden die DGB-Frauen und die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Itzehoe zu einem Infoabend über dieses Tabu-Thema ein. Claudia Franke von contra, der Beratungsstelle für Betroffene von Menschenhandel, bestätigte denn auch, dass es in Itzehoe, Heide, Pinneberg oder den ländlichen Gebieten Frauen gibt, die zur Prostitution gezwungen werden. Einige von ihnen konnten von der Beratungsstelle contra unterstützt werden.



 


Die Frauen stammen überwiegend aus Osteuropa und werden mit dem Versprechen gelockt, hier als Kellnerin oder Altenpflegerin viel Geld zu verdienen und wenn sie hier im Land sind, mit Drohungen und Gewalt zur Prostitution gezwungen. Immer öfter sind auch Au-Pair-Mädchen betroffen, nachdem das Genehmigungsverfahren für Vermittler liberalisiert wurde. Menschenhandel wurde als Delikt erst 2005 ins Strafgesetzbuch eingefügt und ist schwer nachzuweisen. Die Polizei kann erst handeln, wenn ein Anfangsverdacht besteht. "Deshalb ist es so ungeheuer wichtig, das Thema ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken?, sagt die Vorsitzende der DGB-Frauen,
Helgard Bischl
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?Die Zusammenarbeit mit der Polizei ist sehr gut, besonders mit der Kripo in Itzehoe?, betont Claudia Franke von contra. Allerdings fordert sie gemeinsam mit Anke Kawald von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) einen gesicherten Aufenthalt für Opfer von Zwangsprostitution, eine angemessene Zeugenschutzregelung, finanzielle Absicherung und Zugang zu Arbeit und Ausbildung sowie Prävention in den Herkunftsländern. Beide weisen darauf hin, dass mit Zwangsprostitution mehr Geld verdient werde als mit dem Drogenhandel. "Wir brauchen auch eine Absicherung der Beratungsstellen, damit die Opfer betreut werden?, so Anke Kawald von den GdP-Frauen. Eine weitere Forderung ist die nach konzessionierten Bordellen, um auch für Freier zu gewährleisten, keine Zwangsprostitution zu unterstützen.


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