Deutscher Gewerkschaftsbund

PM - 28.04.2020

Beim Schulbetrieb auch die Reinigungskräfte schützen

Der Schulbetrieb soll allmählich wieder aufgenommen werden. Dabei wird zu Recht über den Schutz von Schülern und Lehrkräften diskutiert. Eine Berufsgruppe fehlt: „Die Schulen müssen auch die Reinigungskräfte in den Blick nehmen. Sie müssen ebenfalls ausreichend geschützt und bei allen geplanten Maßnahmen in den Schulen berücksichtigt werden“. Darauf weist die Geschäftsführerin des DGB Schleswig-Holstein Nordwest, Susanne Uhl, hin.

Ob die erhöhten Hygienestandards durch das Covid-19-Virus an den Schulen eingehalten werden können, hänge ganz stark von den Bedingungen für die Reinigungskräfte ab. Die bisherigen Werkverträge mit Reinigungsfirmen müssen daher nach Auffassung des DGB neu verhandelt und mit einem erweiterten Leistungsverzeichnis versehen werden.

„Durch eine gründliche Gebäudereinigung sind die Hygienestandards für die Kinder und Lehrkräfte sicherzustellen. Aber auch der Arbeitsschutz für die Reini-gungskräfte ist zu gewährleisten. Dazu gehört eine angemessene Schutzkleidung, Handschuhe und selbstverständlich ein Nase-Mund-Schutz. Beides muss vom Arbeitgeber in angemessenem Umfang bereitgestellt werden“, betont Susanne Uhl. Die Reinigungskräfte bräuchten vor allen Dingen aber genügend Zeit für ihre schwere und verantwortungsvolle Tätigkeit.

Die DGB-Gewerkschafterin weist darauf hin, dass in der Vergangenheit bei der Gebäudereinigung mit unrealistischen Zeitvorgaben auf Kosten der Beschäftigten gespart wurde. „Die Mindestlöhne wurden zwar erhöht, die zu reinigenden Flächen aber auch. Das hat zu hohem Arbeitsdruck geführt“, erklärt Uhl. Die Bekämpfung des Corona-Virus könne so nicht funktionieren.

„Mit den möglichen Mehrkosten für die Umsetzung angemessener Hygiene- und Arbeitsschutzstandards dürfen die Kommunen und die Schulen nicht allein gelassen werden“, fordert Susanne Uhl. Hier sei auch das Bildungsministerium gefragt.


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