Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 14 - 02.03.2015

Vom Mindestlohn profitieren die Frauen

Das Flensborghus platzte aus allen Nähten: auch in diesem Jahr konnten Katharina Petersen von Frau & Beruf und Perke Heldt von den DGB-Frauen wieder 160 Frauen begrüßen. "Unser Frauen-Frühstück ist Treffpunkt für Jung und Alt, FlensburgerInnen und Migrantinnen aus aller Weltund wir freuen uns, wenn alle miteinander bei Kaffee und Brötchen ins Gespräch kommen".

Aber natürlich steht auch Frauenpolitik im Mittelpunkt. So berichtete Katharina Petersen von der Neukonzeption und veränderten Aufgaben bei Frau & Beruf. Perke Heldt von den DGB-Frauen wies darauf hin, dass der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro in der Stunde auch für die Beschäftigten in Minijobs gelte. Aus diesem Bereich gab es bei den Gewerkschaften sehr viele Nachfragen. "Der Mindestlohn ist weder Jobkiller noch Bürokratiemonster", macht sie deutlich, "er reicht gerade zum Überleben." Die Kritik an der Dokumentationspflicht bei den Minijobs halten Heldt und Petersen für absurd. Die Beschäftigung wird auch 2015 weiter wachsen - und Beginn und Ende der Arbeitszeit zu dokumentieren sei für ordentliche Arbeitgeber schon immer selbstverständlich gewesen. "Wer das bisher nicht ernst genommen hat, dem drohen hohe Bußgelder - und das ist auch richtig so", betont Perke Heldt. Durch das Mindestlohngesetz gäbe es nun de facto auch wieder eine Arbeitszeitbegrenzung für Minijobs: wer mehr als 53 Stunden im Monat arbeitet überspringt die 450-Euro-Grenze und würde sozialversicherungspflichtig.

Über die Arbeitsbedingungen in der Gebäudreinigung - eine Domäne von Frauen - berichteten Susanne Welzk und Hella Potratz von der IG BAU. "Der tarifliche Mindestlohn in der Gebäudereinigung liegt zwar über 8,50 Euro, aber die Arbeit ist schwer, die Flächen werden immer größer, die Zeitvorgaben sind eng bemessen - Sauberkeit ist unter diesen Bedingungen kaum zu schaffen", kritisiert Susanne Welzk. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass viele Frauen unentgeltlich weiterarbeiten, um die Objekte mit ihrer Vorstellung von Reinlichkeit in Einklang zu bringen.

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Susanne Welzk und Hella Potratz, IG Bauen, Agrar, Umwelt, berichten über Arbeitsbedingungen in der Gebäudereinigung ph

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Hella Potratz in Aktion ph

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160 Frauen freuten sich über ein gutes Frühstück und wichtige Informationen ph

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Leckeres Frühstücksangebot ph

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...finden die Kolleginnen von ver.di und GEW auch! ph

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Katharina von F&B mit der Stadtpräsidentin im Gespräch ph

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Trommelwirbel von Kobangate: hier Brita Lange-Kauth ph

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Die Kolleginnen von Frau & Beruf und den DGB-Frauen bereiten das Frühstück zu. Hier sehen wir sie mit den Resten in der Küche. ph


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