Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 126 - 11.05.2020

Angedrohte Klage: Vion zeigt wahres Gesicht

 

„Vion und sein Subunternehmen Deutsche Schlacht- und Zerlegungs-GmbH (DSZ) lassen die Maske der umsichtigen Schlachthofbetreiber endgültig fallen“, kommentiert Susanne Uhl, Geschäftsführerin des DGB Schleswig-Holstein Nordwest die angedrohte Klage gegen den Kreis Steinburg und Landrat Torsten Wendt. „Vion und DSZ wollen trotz Corona weiter ungehindert Geschäfte machen. Sie setzen dafür ohne Bedenken die Gesundheit der vorwiegend rumänischen Schlachter und Zerleger aufs Spiel. Das ist wirklich zynisch“, empört sich Susanne Uhl

Schon in der Vergangenheit war nach Angaben der DGB Geschäftsführerin, auch das Geschäftsgebaren von Vion und seinem Subunternehmen ins Zwielicht geraten. So wurden zum Beispiel auch Unterkünfte von DSZ im Kreis Steinburg wegen unzumutbarer Hygiene- und Belegungsstandards geräumt. „Das Geschäftsmodell der großen industriellen Schlachthöfe spielt schon lange mit der Verletzung von Arbeitsschutzrechten und mit der Gesundheit von Werkvertragsbeschäftigten.“ so Uhl.

Angesichts der leidvollen Enge in den Unterkünften der Subunternehmen können negative Corona-Tests immer nur eine Momentaufnahme sein. Denn noch nirgends sind die aktualisierten SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstan-dards des Bundesarbeitsministeriums umgesetzt. Danach ist grundsätzlich eine Einzelbelegung von Schlafräumen vorzusehen und eine Mehrfachbe-legung nur für Partner bzw. enge Familienangehörige statthaft.

An die Landtagsabgeordneten erneuerte die DGB-Geschäftsführerin Susanne Uhl ihren Appell, endlich ein Wohnraumaufsichtsgesetz zu verabschieden, damit die Überbelegung von Wohnungen und Unterkünften durch die Subunternehmer nicht nur mit den unzureichenden Mitteln des Arbeitsschutzes sanktioniert werden kann.

Unsere Forderungen und einen Überblick über die Auseinandersetzung um die schleswig-holsteinischen Schlachthöfe findet ihr hier.


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