Deutscher Gewerkschaftsbund

16.10.2023
Gewerkschafts- und Betriebspolitik im Grenzland

10. dänisch-deutscher Betriebsräte- und GewerkschafterInnen – Workshop

10. Oktober in Rødekro

Einmal im Jahr treffen sich im Wechsel Betriebs- und Personalräte aus Dänemark und Deutschland zum Austausch über aktuelle Themen.

Unsere vier Schwerpunkte in diesem Jahr waren folgende:

Peter Hansen, Leiter des Regionskontors in Padborg, berichtete über die Pendlerströmungen nach Dänemark. Es sind 12.727 Pendler*innen die von Deutschland nach Dänemark pendeln und umgekehrt sind es 546 Menschen von Dänemark nach Deutschland.

Pendler*innen, die Auskünfte brauchen finden sie hier 

Seit der Corona Krise ist der Trend zu beobachten, dass es mehr Deutsche nach Dänemark zieht, da es die Möglichkeit gibt im Homeoffice zu arbeiten. Darüber hinaus besteht keine Schulpflicht und die Immobilienpreise sind günstiger. Beim Homeoffice muss jedoch beachtet werden. dass bei einem Anteil von mehr als 25 Prozent Steuerpflicht in dem Land, in dem das Homeoffice ausgeübt wird, entsteht. Das kann zu finanziellen Einbußen führen und sowohl für die Arbeitnehmer*innen als auch Arbeitgeber*innen steuerschädlich werden. Arbeitgeber*innen sind in der Regel von solchen Modellen nicht begeistert, da die Lohnkosten steigen. Das Resultat ist dann nicht selten: Kein Homeoffice für Pendler*innen.

Anne-Mette Olsen, Regionskontor, informiert über neue Förderinstrumente aus dem INTERREG Progamm, die insbesondere für kleine Projektideen interessant werden können.

Marita Geinitz, Formand 3f und Gabi Wegner informierten über aktuelle Tarifabschlüsse. Die Tarifverhandlungen in Dänemark gestalten sich anders als in Deutschland. In Dänemark werden in diesem Jahr ab Herbst die Verhandlungen für den privaten Bereich und 2024 für den öffentlichen Bereich stattfinden. Bei uns sind jeweils die Mitgliedsgewerkschaften der verschiedenen Branchen zuständig. (Übersichten über das dänische System und die aktuellen Abschlüsse siehe Anlage)

Bei den Vorträgen zur Gesundheits- und Pflegepolitik wurde deutlich, dass die Probleme – trotz manifester Unterschiede der Gesundheitssystem und ihrer Finanzierung – gleich verteilt sind. Steigende Kosten, Personalmangel und demografischer Wandel sind hier nur ein paar ausgewählte Stichworte

Nico Wickleder,ver.di sprach sich für deutliche Veränderungen im deutschen Gesundheitssystem aus. Die geplanten Änderungen der Regierung sind keineswegs ausreichend. Und mit der Generierung von Gewinnen durch Aktionäre auf dem Rücken der Gesundheit der Menschen sollte endlich Schluss gemacht werden. Der Trend zur Privatisierung von Kliniken geht unumwunden weiter. Pfleger*innen sind einer starken Arbeitsbelastung ausgesetzt, hinzu kommt die Schichtarbeit. Es wird immer schwieriger, Personal zu finden. Zusätzlich verstärkt die Zusammenlegung von Standorten den Trend zur Arbeitsverdichtung

John Christensen, Dansk Sygepleje berichtet ebenfalls über diese Probleme. In Dänemark sollen aktuell weitere 30% der Betten und 30% Personal eingespart werden, obwohl in den vergangenen Jahren bereits ein starke Klinikkonzentration stattgefunden hat.

Es war wie immer eine spannende Veranstaltung mit sehr vielen Informationen, und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

DGB

Marita Geinitz, 3F Formand DGB

DGB

Gabi Wegner, DGB Flensburg DGB

DGB

Peter Hansen, Leiter Regionskontor DGB

DGB

Nico Wickleder, ver.di DGB


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