Deutscher Gewerkschaftsbund

10.02.2016

Newsletter 9. Februar 2016

Liebe Kolleginnen und liebe Kollegen,

es war ein spannender und berührender Nachmittag, als uns Daniel aus Eritrea und Wahid aus Afghanistan auf unserem Betriebsräte-Workshop in Husum davon erzählten, warum sie aus ihren Ländern fliehen mussten.

Willkür, Gefängnis, Folter, Verschwinden... sind in Eritrea an der Tagesordnung, wenn man sich der Diktatur und ihrem Militarismus nicht vollständig unterwirft und auf ein eigenes, selbstbestimmtes Leben komplett verzichtet.

In Afghanistan gibt es keine sicheren Orte, an denen man nicht zwischen die brutalen Fronten von IS und Taliban gerät – zumal wenn man sich zuvor im Rahmen von dort tätigen internationalen Nichtregierungsorganisationen mit um Demokratie und Ausgleich bemühte. 

Daniel und Wahid sind beide bei uns in der Region angekommen. Zusammen mit Silke Nissen vom Flüchtlingsrat erzählten sie uns von ihrem Leben in Husum, davon, wie sie Arbeit gefunden haben und wie sie auch nach Feierabend mit ihren neuen KollegInnen eine gute Zeit verbringen. Als Kollegen eben.

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Sylt – unsere Umfrage + Ausnahmsweise laden wir am 25. Februar nur Gewerkschaftsmitglieder ganz herzlich ein: zu einem Treffen rund um unsere Umfrage unter Sylt-Pendlerinnen und Pendlern aus dem letzten August. Die Ergebnisse waren für uns sehr spannend. Einige davon haben wir öffentlich vorgestellt – ihr findet sie hier – , einige branchenspezifische Ergebnisse haben wir nur für euch reserviert...

In Folge der Umfrage haben auch Gespräche stattgefunden: mit den Sylter Unternehmern, dem DEHOGA, Bürgermeister Häckel. An dieser Stelle nur so viel: Sie waren denkwürdig – gerne berichten wir euch auf dem Treffen davon.

 

Was möchten wir gerne mit euch diskutieren? Wir möchten eure Einschätzungen einsammeln: Findet ihr mit „Vor-Ort-Kenntnissen“ die Ergebnisse plausibel, welches sind aus eurer Sicht Themen, an denen wir verstärkt dranblieben sollten? Was haben wir mit unseren Fragen gar nicht rausgekriegt, was sind für euch zentrale Sylter Arbeitsmarktprobleme? Fragen über Fragen – aber wir sind so gespannt auf euch und eure Eindrücke, dass wir uns sehr freuen würden, wenn ihr kommt. Bitte sagt uns doch kurz Bescheid: Unter der Telefonnummer 0461 – 1444010 oder per E-Mail: flensburg@dgb.de

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Auf unseren Organizing-Workshop für Jugendauszubildendenvertretungen – kurz: JAVen – am 26. und 27. Februar haben wir euch bereits hingewiesen. Es gibt noch ein paar wenige freie (Schlaf-)Plätze – für Euch? Meldet euch an! Die Einladung findet ihr nochmals hier.

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Um das Thema „Arbeiten in der Fleischbranche“ geht es am 29. Februar um 18 Uhr im Gewerkschaftshaus, Rote Straße 1 in Flensburg. Kaum eine Branche ist in den letzten Monaten derart in der öffentlichen Diskussion: ihre Arbeitsbedingungen, ihre regionale Bedeutung, ihre Umstrukturierungen. Grund genug, einen vertieften Blick in die Arbeitswelt von Schlachtereien und Fleischverarbeitung zu werfen. Wie viele Leute in der Region arbeiten eigentlich in der Fleischindustrie, welche Betriebe gibt es, wie ist die Wettbewerbssituation, wie deren Wertschöpfung? Aber selbstverständlich interessieren uns auch die Arbeitsbedingungen der KollegInnen. Wie wird gearbeitet? Welche Rolle spielen Werkverträge und Leiharbeit? Greift die Selbstverpflichtungserklärung der Branche?

Alle diese Fragen wollen wir mit Jens Feddersen besprechen, der als Betriebsrat eines großen regionalen Verarbeitungsbetriebes und NGG-Aktiver einen umfassenden Einblick in die Arbeitswirklichkeit der Fleischbranche hat. Hier findet ihr die Einladung - wir freuen uns auf euch!

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Ebenfalls Einblick in die Arbeitswirklichkeit von Schlachtereien haben auch unsere Kreisvorstände in Nordfriesland (bei Danish Crown in Husum) und in Steinburg, wo Tönnies in Kellinghusen den Standort der ehemaligen Schlachterei Thomsen erheblich ausbauen möchte. An beiden Standorten arbeiten insbesondere rumänische KollegInnen im Werkvertrag – über Subunternehmer, die teilweise einschlägig für ihre ausbeuterischen Strukturen bekannt sind. Dabei steht völlig außer Frage: Arbeitsrechte – vom Mindestlohn über Arbeitszeit, Urlaub, Lohnfortzahlung etc. – gelten überall und an jedem Ort in Deutschland. Nur häufig nicht für unsere KollegInnen in unkontrollierten Werkverträgen.

Mit den Menschen, die in Husum für Danish Crown arbeiten, stehen wir zusammen mit der NGG seit gut eineinhalb Jahren in Kontakt – ebenso mit der dortigen Geschäftsleitung. Die Gespräche und Verbesserungen sind zäh, aber es gibt sie ansatzweise immerhin.

Die Situation bei Tönnies ist (noch?) nicht so weit, auch wenn wir bereits einige Arbeitsverträge von rumänischen KollegInnen gesehen haben und um ihre teilweise unerträgliche Situation wissen. Eine Erweiterung am Standort Kellinghusen darf nur mit kontrollierten und transparenten Strukturen einhergehen.

Dass die Selbstverpflichtungserklärungen, die sich die Arbeitgeberseite der Fleischbranche gegeben hat, uneingeschränkt Anwendung finden muss, dafür tragen auch die Wirtschaftsministerien Verantwortung, unter deren Schirmherrschaft die Erklärungen zustande kamen und die ihr hier nachlesen könnt.

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„Outgesourct“ – die Bedeutung von Leiharbeit und Werkverträgen in der Region“

Wenn ihr mehr erfahren wollt über die Situation von Werkvertrags-ArbeitnehmerInnen in unserer Region, dann könnt ihr das auf unserer Veranstaltung am 1. März um 18 Uhr im Café himmel&erde in Itzehoe, Kirchenstraße 5.

Denn noch in diesem Frühsommer soll in Berlin die Entscheidung fallen: Welche neuen gesetzlichen Regeln können durchgesetzt werden, damit es endlich zu substanziellen Verbesserungen kommt für die Beschäftigten in Leiharbeit und Werkverträgen?

Wie nötig hier eine klare Korrektur ist, wollen wir auf unserer Veranstaltung herausarbeiten. Anhand verschiedener konkreter Beispiele werden wir zeigen, was vordringlich geändert werden muss… die Einladung findet ihr hier.

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Frühstück! Film! Internationaler Frauentag!

FRAU & BERUF und die DGB-Frauen laden wieder herzlich ein zu einem leckeren Frühstück mit allem was dazugehört – natürlich auch zum Lachen und Lästern, Schwatzen und Diskutieren. Katharina Petersen von FRAU & BERUF wird über Aktuelles aus der Frauenpolitik und Ute Dirks, Geschäftsführerin des ver.di-Bezirks Südost über die Arbeitsbedingungen in der Pflege berichten. Mona Harry, Slam Poetin aus Hamburg ist zu Gast und wird  mitreißend Gedichte vortragen. Am Sonntag, den 6. März von 11 – 13 Uhr im Gemeindehaus St. Jürgen, Jürgensgaarderstraße 1 in Flensburg. Die Einladung gibt es hier.

Um Anmeldung wird gebeten - bis spätestens 29. Februar 2016: Telefon 0461-29626 (FRAU & BERUF).

Welche dann noch Lust hat, kann nachmittags um 17 Uhr bei der AWO in Heide, Neue Anlage 1, noch einen meiner Lieblingsfilme sehen: „We want sex“ oder schöner im Originaltitel: „Made in Dagenham“ erzählt die wahre Geschichte des ersten Frauen-Streiks für Lohngleichheit in Großbritannien. Gegen viele Widerstände erkämpfen sich die 187 Näherinnen einer Ford-Autofabrik in Dagenham das Recht, genauso bezahlt zu werden wie ihre 55.000 männlichen Kollegen… ein toller, witziger, rührender Film! Seid herzlich eingeladen!

So viel für heute. Ich freu mich darauf, euch bei der einen oder anderen Gelegenheit zu sehen!

Herzlich, Susanne Uhl

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Dr. Susanne Uhl
Regionsgeschäftsführerin
DGB Schleswig-Holstein Nordwest

Telefon: 0461 - 1444010
FAX: 0461 - 1444019

E-Mail: susanne.uhl@dgb.de

URL: www.sh-nordwest.dgb.de


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